Mein persönlicher Rückblick auf die Buchmesse PaBuCo 2026 in Parchim – zwischen Lesung, Begegnungen und ganz vielen Herzensmomenten.
Wenn ich an die 2. Parchimer Buch- und Comicmesse – PaBuCo zurückdenke, dann denke ich nicht zuerst an meine Lesung. Und auch nicht an meinen Stand oder die Bücher.
Ich denke an Menschen.
An ein abendliches Come-together, bei dem mein Mann und ich plötzlich zwischen Autor:innen standen, deren Genres so gar nichts mit meinen eigenen zu tun haben – und bei denen es trotzdem sofort gepasst hat. Begegnungen mit Ella Friedrichs, Andreas Friedrichs und Thorsten Koss, die sich leicht angefühlt haben, herzlich, ehrlich.
An Standnachbarn wie Marco Schlicht, mit denen man nicht nur nebeneinander steht, sondern irgendwie auch gemeinsam durch diese zwei Tage geht.
Es waren genau diese Verbindungen, die aus einer Buchmesse ein kleines Zuhause auf Zeit gemacht haben.
Dabei begann alles ganz anders.
Mit Aufregung, wie immer vor einer Reise. Mit einer Hündin, die man guten Gewissens zur Familie bringt und trotzdem ein kleines Stück Herz dalässt. Mit vollen Taschen, Umstiegen, einem kleinen Buschaos und dem Gefühl: Jetzt geht es wirklich los.
Und dann: ankommen.
Nicht in einem riesigen, überwältigenden Messegebäude, sondern in einer Stadthalle, die eher süß und einladend war. Fast so, als würde sie sagen: „Hier darfst du einfach sein.“
Und genau das ist passiert.
Ich war in meinem Element. Ich liebe es, über meine Geschichten zu sprechen. Noch mehr liebe ich es, den Menschen zuzuhören, die vor mir stehen. Zu sehen, was sie bewegt, was sie anspricht, wo sie sich wiederfinden.
Da war zum Beispiel dieser eine Moment, als jemand mein Buch über Darmkrebs gekauft hat. Ein Buch, das nicht „leicht“ ist, das nicht einfach so mitgenommen wird. Und genau deshalb hat es sich besonders angefühlt.
Und dann, nur kurze Zeit später, ein kleines Mädchen, das unbedingt zwei Bücher im Hardcover wollte, während ihre Mutter versuchte, ihr das Softcover schmackhaft zu machen. Diese kleinen Szenen, irgendwo zwischen Lachen und Ernst, sind es, die bleiben.
Und mittendrin ich.
Mit meinem Stand, der anfangs viel kleiner war als gedacht. 80 Zentimeter. Und trotzdem wurde genau dieser kleine Tisch zu meinem Platz. Mit rosa Tischdecke, Büchern, Postkarten – und ganz viel Herz.
Als alles stand, war da plötzlich dieses Gefühl: Ich bin wirklich hier. Ich bin Autorin.
Vielleicht war es kein Zufall, dass parallel die Sketchyourbookchallenge gestartet ist – genau die Challenge, die für mich der Anfang war. Zwei Jahre später stand ich auf einer Messe. Mit meinen eigenen Büchern.
Und dann kam die Lesung.
Kein perfekter Moment. Kein durchinszenierter Auftritt.
Sondern zwei quirlige Mädchen, die es nicht auf ihren Stühlen hielt, die immer wieder näher kamen, ins Buch schauen wollten, Teil der Geschichte sein wollten.
Ich habe mich verhaspelt. Zwei-, dreimal.
Und gleichzeitig war genau das der Moment, in dem ich gemerkt habe: Es geht nicht um Perfektion. Es geht um Verbindung.
Mein Hasentier saß vor mir auf dem Tisch. Ein kleiner Anker. Ein Stück Sicherheit. Und vielleicht auch ein stiller Hinweis: Ich bin nicht allein da vorne.
Nach der Lesung ein tiefes Durchatmen – und dann direkt zurück an den Stand. Zurück zu den Menschen. Zurück in mein Element.
Der Rest des Tages verging wie im Flug. Gespräche, Lachen, Begegnungen. Mein Mann an meiner Seite, der mit Leichtigkeit Brücken gebaut hat – zu Besucher:innen, zu Standnachbarn.
Und zwischendurch dieser Moment der Cosplay-Preisverleihung. So viele kreative, aufwendige Kostüme. So viel Leidenschaft. Es war unmöglich, nicht zu staunen.
Der Sonntag fühlte sich dann schon vertraut an. Fast wie ein zweiter, kleiner Anfang.
Noch mehr Gespräche, noch mehr Verbindungen. Ein leicht umdekorierter Stand, der sich plötzlich noch stimmiger anfühlte. Und irgendwann diese Müdigkeit, die leise sagt: Es war viel. Und es war gut.
Das Zusammenpacken kam fast zu schnell. Die Abschiede auch. Aber wir werden uns ganz bestimmt wiedersehen.
Und dann die Heimreise. Überraschend unkompliziert.
Und am Ende eine Hündin, die schon zu Hause wartet.
So kommt man gerne an.
Die PaBuCo war für mich keine Messe, auf der ich „funktionieren“ musste.
Sie war ein Ort, an dem ich sein durfte.
Mit meinen Geschichten.
Mit meinem Hasentier.
Und mit all den Menschen, die diese zwei Tage zu etwas Besonderem gemacht haben.
DANKE – Und ich weiß jetzt schon: Beim nächsten Mal nehme ich noch mehr Mut, noch mehr Geschichten – und wieder ganz viel Herz mit.


