Der letzte Abend vor der Messe

Es ist kurz vor acht am Abend, der letzte vor der Buchmesse. Vor mir liegt ein Wirrwarr aus Erinnerungen, Stapeln von Papieren, Bastelresten, T-Shirts, Büchern, Aufstellern – und ein Herz, das zwischen Aufregung, Dankbarkeit, Müdigkeit und Euphorie hin- und herspringt.
Und genau dieses Chaos möchte ich heute Abend festhalten.

Die erste große Hürde

Alles begann mit meinem Herzensprojekt Mutig und bunt. Fast geschafft – und doch so knapp. In mir pochte gleichzeitig schon eine neue Idee: ein Gefühlebuch mit Mooi und meinem rosa Hasentier. Doch ziemlich schnell musste ich einsehen: in wenigen Wochen würde diese Geschichte nicht fertig sein.
Das hat mich traurig gemacht, fast wie ein kleiner Stich ins Herz.

Doch ich bin nun mal ein zielorientierter, positiver Mensch (lach) – und wo etwas nicht geht, entsteht etwas Neues. So wurde die Idee zum Monstie-Gefühle-Buch geboren. Und plötzlich war da diese Kraft, diese Vorfreude, dieses „Ich will es trotzdem schaffen“.

Von Budapest bis zum Probedruck

Nach meiner Budapest-Reise habe ich schnell noch den Probedruck bestellt. Hardcover und Taschenbuch sollten folgen. Und dann: der Rückschlag. Amazon KDP wies das Taschenbuch ab – wegen einer angeblich falschen letzten Seite. WHAT? Der Probedruck war doch okay?

Die Uhr tickte gnadenlos. Autorendrucke brauchen bei KDP fünf Tage. Ich hatte keine Chance. In meiner Verzweiflung bestellte ich drei Hardcover – besser drei Bücher als gar keine.
Und dann, fast wie eine kleine Wende im Märchen: gestern kam die Nachricht, dass die Taschenbücher doch durch die Prüfung gegangen sind. Ab sofort bestellbar. Ein kleiner Triumph mitten im Sturm.

„Siehst du,“ hätte Flori Hummel gesagt, „manchmal muss man den Dingen einfach Zeit geben. Nicht alles flattert im gleichen Takt.“
Und das Hasentier hätte nur gegrinst: „Wichtig ist, dass man dranbleibt. Und dass man nie vergisst zu hüpfen – auch wenn man mal stolpert.“

Ein Rollup wie ein kleines Wunder

Mein hellster Moment der ganzen Vorbereitung war die Entstehung meines Rollups.
Ich habe in Procreate gezeichnet, in Canva gebastelt, lange überlegt – und dann bei einer Berliner Firma bestellt. BerlinDisplays (*unbezahlte Werbung) hat innerhalb eines Tages gedruckt und verschickt. Als der Karton ankam und ich das Rollup aufrollte, war ich sprachlos: so hochwertig, so schön, so echt.
Und das, obwohl ich die günstigste Variante gewählt hatte.
Für einen Moment war da keine Hektik, kein Problem – nur Stolz und Freude.

Sticker, Schrumpffolien und Bastelstunden

Dann kamen die Sticker. Drei Motive: Monstie Hoffnung, das rosa Hasentier und Flori Hummel. Bedruckt, geschnitten, vorbereitet. Ja, es war aufwendig – aber machbar.

Gestern dann die Schrumpffolien-Aktion: Zuschneiden, lochen, im Ofen schrumpfen lassen, heute mit Schlüsselringen, Minischmetterlingen und Perlen zum Anhänger zusammengesetzt.
Was für eine Fummelei! Man unterschätzt, wie viel Zeit das dauert. Aber genau das macht es aus: jedes Stück trägt eine Portion Herzblut in sich.

Das Hasentier meinte zwischendurch: „Dinge schrumpfen, aber Mut wächst dabei immer größer.“
Und Flori zwinkerte: „Solange du den Überblick nicht schrumpfst, passt alles.“

Schnellideen, T-Shirts und die Sache mit den Postkarten

Mein Mann Chrille hatte die rettende Idee: Motto-T-Shirts. Für den offiziellen Druck war es zu spät, also improvisierten wir mit Bügelfolie. Heute haben wir T-Shirts und eine Sweatjacke damit verziert.
Schnell noch Preisschilder, Preisliste, Quittungsvorlagen drucken, Buchaufsteller und Postkartenaufsteller kaufen.
Noch zwei Postkarten gestaltet – eine für Mutig durch die Nacht und eine für wortzauberwelten.

Bei den Postkarten gab es fast ein Drama: Die Firma in Portugal hatte Produktionsprobleme, die Lieferung hing fest. Ich hatte sie schon abgeschrieben. Und dann – wie durch Zauberhand – löste sich alles. Gestern 17 Uhr: Abholung in Lissabon. Heute früh verladen, am Nachmittag bei mir. Glücksmomente kann man wirklich nicht planen.

Kleinigkeiten, die groß werden

Heute stand noch die Sache mit den Ausstellerausweisen an. Statt zwei war nur einer vorgesehen. Ein kleiner Schockmoment. Aber: schnelle Mail, schnelle Antwort, Problem gelöst. Puuh.

Gestern hat meine Buchkollegin Susanne König schon Tische, Stühle und Bücher abgeholt. Heute rief sie mich per Videocall aus der Halle an. Sie zeigte mir den Stand, die Tische, die Atmosphäre. Ein erster Eindruck – plötzlich wird alles real.
Ich konnte förmlich schon das Rascheln, Summen und Wispern der Messe hören.

Zwischen Angst und Mut

Und jetzt sitze ich hier.
Zwischen Chaos und Vorfreude. Zwischen Angst und Mut. Neben mir der Gedanke: Wow, ich tue es wirklich.

Das Hasentier flüstert: „Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, mit der Angst im Gepäck trotzdem zu hüpfen.“
Und Flori ergänzt: „Die Dunkelheit ist immer geheimnisvoll – aber am Ende leuchtet immer ein kleiner Funken Hoffnung. Man muss ihn nur sehen wollen.“

Erwartungen an die Messe – ein Gespräch zwischen Freunden

Da stupst mich das rosa Hasentier an und sagt:

Hasentier: „Du, Flori, morgen geht’s los. Stell dir mal vor, so viele Menschen auf einmal. Was sollen wir denen nur erzählen?“

Flori Hummel (surrt nachdenklich): „Na, zuerst, dass Mut viele Gesichter hat. Mal so groß wie ein Berg, mal so klein wie ein Hummelflügel. Und dass in jedem unserer Bücher ein kleines Stück davon steckt.“

Hasentier (grinst breit, die Zähne blitzen): „Ich will unbedingt von meinen Abenteuern im Garten der vier Jahreszeiten erzählen! Und wie ich den Schatten kennengelernt habe. Weißt du noch, wie unheimlich der am Anfang war? Und dann – zack – war er gar nicht so böse.“

Flori (nickt): „Und ich erzähle den Kindern von unseren Freundschaften. Dass es wichtig ist, Fragen zu stellen, neugierig zu bleiben und zusammen nach Antworten zu suchen. Erwachsene dürfen das übrigens auch.“

Hasentier: „Oh ja! Und vielleicht verschenken wir ein paar Sticker, damit sie uns mit nach Hause nehmen können. Stell dir vor, ich klebe plötzlich auf einem Kinderzimmer-Schrank! Oder auf einem Schulheft! Oder auf einem Kühlschrank!“

Flori (lacht): „Dann summst du den ganzen Tag vor dich hin und erinnerst sie daran, dass Fantasie stärker ist als Angst.“

Hasentier (leise, fast feierlich): „Ich hoffe einfach, dass die Besucher merken: Jeder kann mutig sein. Und jeder darf bunt fühlen. Genau darum geht’s doch, oder?“

Flori: „Ganz genau. Und jetzt – summ summ – ab ins Bett. Morgen brauchen wir all unsere Kräfte. Schließlich wollen wir leuchten, nicht stolpern.“

Das Hasentier nickt, kuschelt sich ins Kissen und murmelt: „Na gut… aber nur, wenn ich träumen darf, dass morgen ganz viele leuchtende Augen auf uns warten.“

✨ Damit schließe ich diesen letzten Abend vor der Messe – mit einem tiefen Atemzug, einem breiten Hasentiergrinsen und der Hoffnung, dass die nächsten Tage zu einer großartigen Erfahrung werden.

2 Gedanken zu „Der letzte Abend vor der Messe“

  1. Sehr schön geschrieben. Du bist auf der Buchmesse definitiv nicht alleine, selbst wenn deine Buchkollegin nicht da wäre.
    Ganz viel Spaß, Erfolg und neue Kontakte.

Schreibe einen Kommentar zu Dori Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen