Dankbarkeit und erste Gedanken
Ich sitze wieder an meinem Schreibtisch. Doch diesmal nicht mit der Nervosität im Nacken, sondern mit einem Herzen voller Eindrücke, Begegnungen und auch mit ein Stückchen mehr Erfahrung. Die Messe hat mich herausgefordert – und sie hat mich gelehrt. Was bleibt, wenn das erste Lampenfieber verweht ist? Dankbarkeit.
Zunächst möchte ich DANKE sagen: an die Initiatoren dieser besonderen Messe und an all die Menschen, die mich auf meinem Weg begleiten und mitfiebern.
Die Buch Berlin wird tatsächlich von einem gemeinnützigen Verein (Bücherzauber e.V. https://www.autorenwelt.de/organisation/buecherzauber-ev) organisiert – Wahnsinn, oder? So bekommen auch wir kleinen Autor:innen einen Platz, uns zu zeigen. In Leipzig oder Frankfurt hätte ich wahrscheinlich keine Chance gehabt. Ganz abgesehen von der Frage, ob ich es mir überhaupt hätte leisten können.
Aber eigentlich wollte ich ja von meinen Erfahrungen berichten …
Der Morgen voller Aufregung
Ganz klar: Die Nacht zu Samstag war kurz. Schlafen? Kaum möglich. Um 3:30 Uhr bin ich schließlich aufgestanden – leise, damit Hund und Mann weiterschlafen konnten.
Ich packte meine vorbereiteten Dinge zusammen: Sticker, Tesafilm, Bücher, Schreibmaterial – und kleine Schlüsselanhänger aus Schrumpffolie mit dem rosa Hasentier und Flori Hummel.
„Die Schlüsselanhänger? Jackpot!“, kicherte das rosa Hasentier später.
Und tatsächlich – sie zauberten vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht. „Alle lieben Hummeln!“, ergänzte es stolz.
Auch die Verpflegung durfte nicht fehlen: belegte Brötchen, Gurken, Paprika, Tomaten, Weintrauben – und natürlich Kekse und Schokolade. Nach dem Duschen korrigierte ich noch schnell Tippfehler im letzten Blogbeitrag und druckte Quittungen aus (die am Ende niemand haben wollte). Gepackt hatte ich also einen kleinen Koffer, einen Beutel und meine Handtasche.
Noch eine entspannende Morgenrunde mit Luna, die das Wochenende liebevoll bei unserer Familie verbrachte – dann war ich bereit.
Ein Lied wie ein Zeichen
Kurz nach sieben Uhr machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof Mahlow. Und dort geschah etwas, das mich fast zum Weinen brachte:
Ich streamte einen Musik-Mix – und der erste Song war Udo Jürgens „Heute beginnt der Rest deines Lebens“. Die Sonne war gerade aufgegangen, ich auf dem Weg zu meiner ersten Buchmesse – das passte einfach perfekt.
Wie ein Zeichen, oder?
Von jetzt an Freiheit wagen
Heuchelei nicht ertragen
Das Glück erfassen
Statt nur suchen nach mehrFünf einmal grad sein lassen
Nicht in Tabellen passen
Und um die Wahrheit kämpfenTun, was man will
Und wollen, was man tut
Ob jung oder alt
Gilt unsre DeviseHeute beginnt der Rest deines Lebens
Jetzt oder nie und nicht irgendwann!
Schau‘ auf dein Ziel kein Traum ist vergebens
Heut‘ fängt die Zukunft an!
Wie oft hat man das Gefühl, dass das Leben genau jetzt anfängt? Genau in diesem Moment? Ein Lied wie ein Startschuss in diesen besonderen Tag.
Erste Schritte in die Messehalle
Mit der Bahn bis Treptower Park, noch schnell einen Milchkaffee geholt – dann Richtung Arena. Neben mir sollte Susanne König mit den Abenteuern von Emma Huhn die Besucher begeistern. Zufällig trafen wir uns schon an der Ampel und liefen gemeinsam hinein.
Und dann dieser Moment: Geradeaus – B6 – mein Stand!
Links Susanne auf B7, rechts am Stand B5 sollte eigentlich Manuela Mohn mit ihren Strahlenden Erinnerungen stehen. Doch sie durfte kurzfristig zu einer Mutter-Kind-Kur fahren und konnte nicht kommen. Ich stellte einen Teil ihrer Werke mit aus – und stellte fest: Beim nächsten Mal brauche ich definitiv mehr Platz als einen Meter. Immerhin hatte ich sechs Bücher dabei:
- Mutig und bunt – Softcover und Hardcover
- Mutig durch die Nacht
- Mutig gegen das Vergessen
- Mutig gegen Darmkrebs
- Mutig und neugierig
- Party! Das Malbuch ab 2
Manchmal fragte ich mich: Ist es nicht verrückt, was in einem Jahr entstehen kann?
Kleine Gesten, große Wirkung
Der Start war ein wenig holprig. Mein Tisch grenzte direkt an die Nachbartische, sodass ich nicht richtig heraustreten konnte. Susanne sprach die Menschen direkt an – ich hoffte eher auf Blickkontakt. Zum Glück stellte sich mein Mann, mit grauem Shirt und Hasentier-Logo auf der Brust, sichtbar in den Weg.
Ich wartete auf Kinderaugen, die meinen Stand entdeckten. Dann winkte ich mit Hasentierstickern oder Schlüsselanhängern – oft klappte es. So entstanden viele nette Gespräche, die ersten Buchverkäufe und Momente, die ich nicht vergessen werde.
„Das hat funktioniert!“, flüsterte das Hasentier. Und ja – es klappte. Viele Gespräche, erste Verkäufe. Kleine Schritte, die groß fühlten.
Und doch – war es nicht genau das, was zählte?
Unsere Messe-Erfahrung mit der Roten Hose Darmkrebsvorsorge e.V. (http://www.rote-hose.org) half uns dabei. Das Thema Darmkrebs war manchmal abschreckend, oft aber auch der perfekte Eisbrecher. So konnten wir einige Flyer verteilen – auch wenn ich schnell merkte: Viele wollten meinen Flyer. Den hatte ich nicht. ***Notiz an mich: Unbedingt erstellen!
Begegnungen, die bleiben
Neben den vielen Besucher:innen waren es zwei Begegnungen, die sich in mein Herz schrieben:
- Ingo M. Ebert mit seinem Buch Schaf Rosa liebt rosa. Er lud mich zu einer Kinderbuchmesse in Quedlinburg ein. Fahre ich hin? Schon der Gedanke daran macht mich neugierig.
- Maurice Ghaedi, Autor, Blogger, Podcaster. Seine Fragen haben mich überrascht – hoffentlich habe ich nicht allzu unprofessionell gewirkt. Aber spannend war es! Besonders seine Tipps:
„Geh in Kitas zum Vorlesen.“
„Mach ein Freundebuch mit deinen Figuren.“
Einfach, genial und so einleuchtend.
Wenn ein Kind so ein Freundebuch mit nach Hause nimmt, wollen andere es auch. Und wenn sie meine Figuren mögen, greifen sie vielleicht auch zu meinen Büchern. Danke für diesen Denkanstoß!
Das Hasentier riss die Arme hoch: „Ein Freundebuch! Stell dir vor, Kinder füllen es aus und wollen danach unbedingt ihre eigenen haben.“
Wie recht es hat. So einfach, so genial.
Ein gelungener Abschluss des ersten Tages
Emotional, erfolgreich, lehrreich – so lässt sich der erste Tag zusammenfassen.
Nach der Messe knurrte der Magen. Zusammen mit Chrille und Susanne entdeckten wir einen Italiener am Ostbahnhof: THE FACTORY – beste Pizza!
Zuhause: k.o., aber glücklich.
Tag 2 – noch vertrauter
Sonntagmorgen, kurz nach neun. Alles fühlte sich vertrauter an. Nur … ich hatte meinen Messeausweis zuhause vergessen! Gestern unkontrolliert, heute streng geprüft. Zum Glück hatte ich einen zweiten Ausdruck am Stand hinterlegt – nach kurzem Suchen gefunden. Puuh.
Gemeinsam mit Chrille machten wir den Stand wieder schick und nutzten die Zeit, die Messe kurz zu erkunden. Beeindruckend, was manche auf die Beine stellten: Kostüme, ganze Schränke, riesige Stände. Andere wiederum mit nur drei Büchern und einem Aufsteller. Doch überall spürte man Herzblut.
Der Tag verflog. Noch mehr Gespräche, noch mehr Verkäufe. Mutig und bunt war ausverkauft – bestimmt hätte ich noch drei, vier Exemplare verkaufen können.
Die schönste Überraschung: Eine gute Freundin kam extra, besuchte mich auf der Messe, startete Verkaufsgespräche und verteilte meine Visitenkarten. So eine süße Unterstützung!
Zum Schluss tauschte ich noch ein Exemplar von Mutig und bunt gegen Ingos Schaf Rosa liebt rosa. Ein Tausch voller Symbolik: Geschichten wechseln die Seiten, Freundschaften beginnen.
Ein sanfter Schluss
Zwei Tage, voller Emotionen, Gespräche, Mut und ganz viel Herz. Meine erste Buchmesse – bestimmt nicht die letzte.
Die Buch Berlin liegt hinter mir – ein Wochenende voller Begegnungen, Gespräche und neuer Eindrücke. Zwischen Ständen, Büchern und so vielen kreativen Menschen durfte ich meine eigenen Geschichten zeigen und erleben, wie sie auf offene Ohren und neugierige Herzen treffen.
Mit dabei waren meine Mut-Geschichten: vom rosa Hasentier und Flori Hummel, die durch verschiedene Gärten reisen, bis hin zu den mutigen Wegen durch Dunkelheit, Demenz oder Krankheit. Es war schön zu spüren, wie die Figuren, die in meinem Kopf lebendig geworden sind, auch andere Menschen berühren.
Besonders gefreut habe ich mich über die leuchtenden Augen, wenn Kinder (und Erwachsene) einen Sticker vom Hasentier oder von Flori mit nach Hause nehmen konnten. Kleine Gesten, die Erinnerungen wachhalten – und vielleicht auch Mut schenken, so wie es meine Geschichten tun sollen.
Ich bin dankbar für jedes Gespräch, jede Frage und jedes Lächeln, das mir an diesem Wochenende geschenkt wurde. Messen sind anstrengend und bunt, aber sie tragen auch dieses besondere Funkeln in sich: das Gefühl, dass Geschichten Brücken bauen können.
DANKE, deine Dori von wortzauberwelten
Da stupste Flori Hummel das rosa Hasentier an und flüsterte:
„Na, was nimmst du von dieser Messe mit?“
Das Hasentier grinste breit:
„Ganz einfach – Mut wächst, wenn man ihn teilt. Und manchmal findet man Freunde genau dort, wo viele Geschichten zusammenkommen.“
Flori summte zufrieden:
„Dann freuen wir uns schon jetzt auf das nächste Abenteuer – egal ob im Garten, im Buch oder auf der nächsten Messe.“


